Rodeostar

The New Roses

Fünf Musiker aus dem Raum Wiesbaden sind nun auf dem Weg, Deutschland zu zeigen, was es bedeutet musikalische Einflüsse in die eigene, unnachahmliche Handschrift zu setzen! The New Roses – es gibt keine spannendere Band in Sachen Rock aus Deutschland! Kein Wunder, wenn man von so unterschiedlichen Künstlern wie BB King, AC/DC, Kid Rock. Bruce Springsteen, Rose Tattoo, Aerosmith, Metallica und The Black Crowes den kleinsten gemeinsamen Nenner übernommen hat: Die Liebe zur Musik und den Anspruch, Qualität abzuliefern. Live ist die Band jetzt schon ein Erlebnis. Das konnten sich auch schon die Fans von Molly Hatchet im letzten Jahr anschauen und bei den vielen Auftritten von The New Roses in diesem Jahr.

Ausgestreckter Mittelfinger in Richtung coole, nichts sagende Hipness

Schätze blühen oft im Verborgenen. Für The New Roses trifft das unumwunden zu. Die Band stammt aus der Ecke Deutschlands, wo die sangesfreudige Loreley die Schiffsleute betört – aus dem Rheingau. Wer von dort kommt, wird eher nicht mit Rock und Consorten in Verbindung gebracht. Wer dann noch ein Statement zum Besten gibt, wie Frontmann Tim Opitz aka Timmy Rough es tut, „wir passen uns keinen Trends an, wir wollen Rock’n’Roll mit ordentlich Bluesgefühl spielen“, der passt erst recht nicht in die Landschaft.

Keine kreativen Rücksichten

„Wenn du traditionellen Rock liebst, erntest du meist nur mitleidige Blicke deiner Generationskumpel, die in Sachen New Metal oder Deutsch-Pop unterwegs sind“, gesteht Timmy Rough, „aber es hat den eindeutigen Vorteil, dass du keinerlei kreativen Rücksichten mehr nehmen musst.“ Also wird die Rock’n’Roll-Liebe gepflegt und gehegt. Urban Berz und Timmy Rough haben bereits in gefühlten 1000 Bands gespielt. Doch immer fehlt das Quantum zum kreativen Glück. Daher halten die beiden Ausschau nach Mitstreitern, die ihre Liebe zu so unterschiedlichen Künstlern wie BB King, AC/DC, Kid Rock. Bruce Springsteen, Rose Tattoo, Aerosmith, Metallica oder auch The Black Crowes vorbehaltlos teilen. Die Wahl fällt auf Dizzy Presley und Stefan Kassner. „So ganz vorbehaltlos teilten sie unsere Vorliebe nicht“, lacht Timmy Rough, „denn zusätzlich hatten sie Punk-, Metal- und Funknoten im Gepäck. Und das bereicherte wider Erwarten unseren Klangkosmos.“ The New Roses sind geboren. Und so hat die Welt plötzlich eine neue Rock’n’Roll-Band. Eine, die zwar die Tradition, in der sie steht, wie Muttermilch aufgesogen hat, aber auch eine deren kreativer Blick weit in die Zukunft gerichtet ist. Und damit eine, die die Welt wirklich braucht, weil sie bekannte Noten einem nicht zu eng gefasstem Rock-Universum entlehnt und hinter ihnen musikalische Räume öffnet, die so bisher nicht zu hören waren.

Wuchtige Rock’n’Roll-Monster

Nachdem The New Roses im vergangenen Dezember eine EP vorgelegt haben, sind sie mit dem Erstling „Without A Trace“ ihrem großen Traum ganzes Stück näher gekommen: „Ich will mit meinen Jungs und den eigenen Stücken Konzerte zu geben und damit Menschen glücklich machen.“ Dabei erinnert der Name The New Roses nicht zufällig an die Bandnamen Guns’n’Roses oder The Stone Roses. „Und von The Damned gibt es noch dieses wundervolle Lied ‚Brand New Rose In Town’“, ruft Timmy Rough das Stück in Erinnerung, „unser Name ist ganz bewusst Programm.“ So wartet das Album mit einer Sammlung von musikalischen Monstern auf – äußerst wuchtig und nach vorn preschend im Klang. Gleich das erste Lied „Devil’s Toys“ zeigt die scharf geschliffenen Krallen eines dieser Monster. Die drängenden Gitarren singen, sägen, kratzen und zerren dabei. Der Bass baut, tief brummend, gemeinsam mit dem eingeschmetterten Schlagzeug ein Rhythmusfundament – so stark, das es den höchsten Rock-Wolkenkratzer tragen könnte. Bei „My Hate Survives“ blickt der Hörer in die wild funkelnden Augen des Untiers. The New Roses schaffen voller Experimentierlust, außergewöhnlich abgeklärt und ausgefuchst einen ungeschliffenen Soundtrack für orientierungslose Seelen. Schonungslos, emotionsgeladen und spannend bis zum letzten Akkord im titelgebenden Stück „Without A Trace.“ Da zeigt das naturgewaltige Rock’n’Roll-Monster ein letztes Mal seine gebleckten bissig, spitzen Zähne und streckt den Mittelfinger … äh, die Mittelkralle in Richtung coole, nichts sagende Hipness aus.
 (Text: Franz X.A. Zipperer)

Album: Without A Trace (VÖ: 28.06.2013)

without a trace cover