Rodeostar

Mañana

Japan hat Tokio, Amerika New York, die Briten haben London. Und die Schweiz? Eine echte Grossstadt sucht man hier vergeblich. Doch wenn es sie gäbe, hätten Mañana ihr den Soundtrack auf den Leib geschrieben. Denn so klingen die fünf jungen Musiker aus Basel: wie eine Fahrt durch eine Metropole der Kontraste, vorbei an flirrenden Leuchtreklamen, verträumten Parks, pulsierenden Clubs, durch hektisches Treiben und ruhige Morgenstunden.

Entdeckt wurden Mañana allerdings woanders: nämlich an einem Newcomer-Contest in der Basler Agglomeration. Kurz darauf landeten sie bereits einen Volltreffer, als der Videogame-Riese EA Sports anklopfte und ihren Song «Miss Evening» – aufgenommen auf einer einfachen Demo-EP – für das Videogame «FIFA Football 2005» auswählte. Neben einer rasant wachsenden Fan-Gemeinde brachte ihnen «Miss Evening» auch eine Nomination für den amerikanischen «Independent Music Award 2007» ein. Mit einer Europa-Tour und Gigs mit Bands wie Mew, Keane und a-ha sowie Auftritten am Montreux Jazz Festival, Midem und der AVO-Session erspielten sich Mañana einen Plattenvertrag beim Hamburger Label Rodeostar Records. Im Herbst 2007 packten sie dann ihre Koffer und gingen in Hamburg, Basel und London ins Studio, um ihr Debütalbum «Interruptions» aufzunehmen.

Produziert hat den Erstling der Brite Ken Thomas (Sigur Rós, Dave Gahan, Björk). «Für uns war er eindeutig der richtige Mann», sagt Sänger Manuel Bürkli. «Seine grosse Erfahrung aus der Arbeit mit verschiedensten Künstlern hat uns sehr beeindruckt.» Erste Kontakte mit Thomas hatten Mañana bereits geknüpft, als sie im Mai 2007 nach London reisten, um dort für ein Indie-Label ein Showcase zu spielen. Vor der Heimreise in die Schweiz blieb noch ein freier Tag. Und so entschloss sich die Band beim Frühstück in einer Imbissbude kurzerhand, Thomas anzurufen und ein Treffen zu vereinbaren. Thomas sagte zu, hörte kurz darauf die ersten Demo-CDs – und war begeistert von der Kraft und Emotionalität der Musik.

Kraft- und gefühlsvoll ist die Musik von Mañana auf jeden Fall. Sie lebt jedoch auch von Kontrasten und Experimenten, die zum Teil erst bei den Aufnahmen im Studio entstanden. Zum Beispiel beim sehr ruhigen Stück «Monster», das die Band schon eine Weile lang live spielte: «In der Vorproduktion mussten wir das ändern», erklärt Bürkli. «Die Platte musste für uns frisch werden. Wir wollten nicht einfach nur aufnehmen, was wir bereits hatten.» So entschied sich die Band, dass bei jedem Song nochmals alles erlaubt sein müsse, um eine echte Momentaufnahme ihrer Musik zu erhalten.
Entstanden ist mit «Interruptions» ein Album, das Referenzen macht an musikalische Vorbilder wie Doves, Now It’s Overhead, Sigur Rós und Radiohead. Mit Sigur Rós etwa verbindet Mañana die Gabe, grosse Stimmungen zu schaffen. Die starken, treibenden Beats bilden das Fundament, auf das die Songs von Mañana aufbauen – und sie geben Gitarre und Keyboard die Freiheit, auszuufern und sich eigene Wege zu bahnen. Bürklis durchdringende und zugleich verletzliche Stimme ist dabei der Brennpunkt, um die sich ihre Musik dreht.
Damit schaffen Mañana auf «Interruptions» überraschende Momente und vielschichtige Klanggemälde: sehnsüchtige und zugleich optimistische Songs, die berühren. «Stimmungen einzufangen ist für uns alles», fasst Bürkli zusammen. Wer «Interruptions» gehört hat, weiss: Diese Mission haben sie erfüllt.

Mañana sind Manuel Bürkli (Vocals, Gitarre), Jan Krattiger (Gitarre), Lorenz Hunziker (Schlagzeug), Samuel Burri (Bass) und Jennifer Jans (Keyboard, Backing Vocals).