Rodeostar

Jesus Chrüsler Supercar

Es bedarf keiner besonderen akademischen Vorbildung, um von der schwedischen Death´n`Roll-Band Jesus Chrüsler Supercar begeistert zu sein. Die wadenbeißenden Songs des Trios, ihre vollends enthemmte Mixtur aus Rock, Punk sowie vereinzelten Querverweisen an Doom-, Thrash- und Death-Metal gehen direkt in Bauch und Beine. Dabei sind die Botschaften der Stücke ebenso unmissverständlich wie einprägsam, auch die Marschrichtung kennt nur ein Credo: Vollgas ahoi! 35 Supersonic ist das zweite Album der Band und orientiert sich noch konsequenter an ihrem vitalen Live-Sound als das 2013er Debüt Among The Ruins And Desolate Lands. Schlagzeuger Nicke bezeichnet die Entstehung der neuen Scheibe als „Resultat eines geradezu panischen Songwritings, da der Zeitfaktor wie ein Damoklesschwert über uns hing.“ Das fulminante Ergebnis scheint dieser Arbeitsweise allerdings Recht zu geben: Jesus Chrüsler Supercar haben ihre furiosen Bühnenqualitäten noch authentischer auf das aktuelle Album übertragen und werden bereits in Kürze den Spieß wieder umdrehen: In Konzerten setzt ihr fiebriger Kraftrock nämlich weiteres Rock´n`Roll-Testosteron frei.

35 Supersonic klingt wie ein audiophiler Höllenritt, bei dem der Fahrer seinen rechten Fuß offenbar bis zur letzten Ausfahrt nicht vom Gaspedal nimmt. Wenn die drei Musiker Robban Bergeskans (Gesang, Bass), Fredrik Karnell (Gitarre) und Nicke Forsberg (Schlagzeug) ohne überflüssiges Tamtam mit dem Opener ´Let It Roll` einsteigen, direkt das nicht minder rasante ´From Hell` (gleichzeitig die erste Single/das erste Video) nachschieben und anschließend in ´I Can Get It` schwere Doom-Geschütze auffahren, kocht sofort das Blut in den Adern. Zudem bedienen sich die Bandmitglieder cooler Stilmittel: tiefer gestimmte Gitarren, Einsatz von Fuzz- und Overdrive-Pedalen, klatschnasse Grooves und lässige Texte. „Robban singt über den kleinen Wahnsinn, der uns tagtäglich begegnet“, erklärt Forsberg und gibt zu, dass die Themen gerne auch von vermeintlichen Dämonen, von Satan und bösen Geistern handeln dürfen. „Aber“, so der Schlagzeuger, „wir flirten nur mit dem Teufel, mehr nicht.“ Passend dazu: Bergeskans bewusst verzerrte Leadstimme, deren Rigorosität den Songs ihre Eindringlichkeit verpasst.

Apropos: Die nachdrückliche Wirkung der neuen Scheibe liegt zum einen am kompromisslosen Songwriting der Band, andererseits aber auch an der energetischen Produktion. Zum zweiten Mal nach Among The Ruins And Desolate Lands hat Studiolegende Tomas Skogsberg (Hellacopters, Entombed) die Songs von Jesus Chrüsler Supercar in seinen berühmten ´Sunlight Studios` in Stockholm produziert. Für das schwedische Trio ist Skogsberg ein absoluter Glücksfall. „Wir haben uns mit Tomas auf Anhieb verstanden“, sagt Forsberg. „Er war es, der damals sofort auf unsere ersten zwei Demosongs reagiert und uns aufgefordert hat, schnellstmöglich zehn weitere Stücke für ein Debütalbum zu schreiben. Und er war es auch diesmal, der mit seinem Enthusiasmus und großen Engagement das Optimum aus uns herausgeholt hat.“

Dass Gitarrist Fredrik Karnell die Band kurz nach den Aufnahmen in aller Freundschaft verlassen hat, sollte zwar nicht verschwiegen werden, hat an der großen Vitalität dieser Band jedoch nichts geändert. Für Karnell kam Christopher Siren (Ex- Assblaster), der seinem Vorgänger in Punkto musikalisches Temperament in nichts nachsteht. Forsberg: „Wir freuen uns darauf, die Songs von 35 Supersonic mit Christopher auf die Bühne zu bringen.“ Wann das sein wird? Natürlich so schnell wie möglich! Geplant ist eine kleine Release-Tour im April 2016, anschließend folgen Teilnahmen an möglichst vielen Sommerfestivals und eine große Konzertreise im Herbst. Man sollte diese Band nicht verpassen!

Streams aus dem kommenden Album „35 Supersonic“ (VÖ: 18.3.2016 auf Rodeostar/ SPV):
„Let it Roll“
„I Gotta Go“
„From Hell“
„Eternity’s Cold Black Night“
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